Einleitung
In den letzten 30 Jahren sind die Nutzungsansprüche an den knappen verfügbaren Raum unseres Landes drastisch gestiegen. Wachsende Probleme ergeben sich bei grossen Infrastrukturprojekten, bei der Rohstoffgewinnung und bei der Abfallbeseitigung. Dies wie auch globale und lokale Bedrohungen unseres Lebensraumes (z.B. Klimawandel) haben das Berufsbild der NaturwissenschafterInnen und IngenieurInnen stark verändert. So werden ErdwissenschafterInnen heute auch vermehrt bei Naturgefahren, Umweltfragen und anspruchsvollen geotechnischen Projekten zugezogen.
Der Aufbau der obersten Teile der Erdkruste, ihre Wechselwirkung mit der Atmosphäre und Biosphäre und die natürlichen Stoffkreisläufe ein traditionelles Gebiet der Erdwissenschaften ist bei der Lösung der anstehenden erdwissenschaftlichen Aufgaben und anthropogen verursachten Umweltprobleme von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig haben sich die technischen Methoden für Beobachtung, Analyse und Problembewältigung rasch weiterentwickelt. Diesen Umständen wird seit längerem an der ETH Zürich in der Forschung Rechnung getragen. In zunehmenden Masse wird auch die Lehre an unserer Hochschule an diese Entwicklung angepasst, indem insbesondere im Fachstudium der Erdwissenschaften auch die Grundlagen oberflächennaher geogener Prozesse in Wechselwirkung mit der Atmos- und Biosphäre sowie der technischen Systeme vermittelt werden. Vor diesem Hintergrund bleibt aber ein Bedarf für praxisorientierte, vertiefte und fachübergreifende Weiterbildung bestehen. Auch für die beratenden Fachleute der Praxis wird es inskünftig also mehr denn je notwendig sein, Schritt zu halten mit der sich stetig entwickelnden Methodik der Erfassung, Verarbeitung und Interpretation verschiedenster erdwissenschaftlicher Daten.
Um diesen ausgewiesenen Bedürfnissen zu entsprechen, bietet die ETH Zürich seit 1993 jährlich zwei einwöchige Blockkurse mit jeweils aktuellen multidisziplinären Themen unter dem Rahmentitel «Aktuelle Probleme aus der Praxis der Erdwissenschaften» an. Die Kurse können einzeln besucht werden oder mehrere als Module zu einem Zertifikatslehrgang-Studiengang (ZLG) zusammengefasst werden. Sie erfreuen sich einer grossen Beliebtheit in den angesprochenen Fachkreisen.

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